Edipo re
Pier Paolo Pasolini, Italien 1967; 104' I/e
Mit Silvana Mangano, Franco Citti, Alida Valli, Carmelo Bene, Julian Beck, Luciano Bartoli
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Ist der Mensch ein freies Wesen? Aus einer autobiografisch geprägten Rahmenhandlung, die in den Zwanzigerjahren in Norditalien spielt, macht der Film einen Zeitsprung in eine ferne Weltgegend. In einer urgewaltigen Hochebene wird ein Baby zwischen Gräsern und bei japanischen No-Klängen ausgesetzt. Ein Bauer rettet das kleine Kind, das der König von Korinth als eigenes annimmt. Der erwachsene Ödipus will mit dem Besuch des Orakels von Delphi seine Vergangenheit ergründen. Verkündet wird ihm ein Unheil: Er werde seinen eigenen Vater töten und mit der eigenen Mutter schlafen. Zwar glaubt Ödipus nicht an das Orakel, dennoch lässt er sich auf seinem weiteren Weg vom Zufall treiben, um dem allfälligen bösen Schicksal zu entrinnen. Pasolini eignet sich die Sophokles-Tragödie an, um neue mythische und archaische Bilder zu erfinden. Für den Dreh in Marokko verwendete er «bizarre und befremdliche Gewänder, Kopfbedeckungen, Masken, Waffen und Schmuck; eine fantastische Synthese aus Aztekischem, Sumerischem, Schwarz-Afrikanischem und Vorantik-Griechischem, die im Zusammenspiel mit den wüstenhaften, hitzeflimmernden Ebenen zu Insignien einer imaginären prähistorischen Zeit verschmelzen» (Wolfram Schütte).
Vorfilm von agent-provocateur.ch:
/ap 159: TOTAL BURN OUT, Léo Maillard