DER WILDE WESTERN. Demontage eines mythischen Genres
The Professionals
Richard Brooks, USA 1966; 117' E/df
Mit Burt Lancaster, Lee Marvin, Robert Ryan, Woody Strode, Jack Palance, Claudia Cardinale, Ralph Bellamy, Marie Gomez, Joe De Santis
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Ein korrupter texanischer Millionär engagiert 1917 vier Abenteurer, um seine vom mexikanischen Revolutionär und Banditenführer Raza (Jack Palance) verschleppte Frau (Claudia Cardinale) zurückzuholen. Die vier gut bezahlten Professionals fallen wie Söldner in Mexiko ein, und da sich zwei von ihnen im dortigen Gebirge gut auskennen, weil sie früher für Pancho Villas Revolution gekämpft haben, spüren sie Capitán Raza schon bald in dessen Schlupfwinkel auf. Allerdings erweist sich ihr Motto «Here we are again, this time for cash» als zu optimistisch, denn ihre Rettungsmission ist nicht nur von einem der Arbeiter des reichen Texaners verraten worden, sondern wird durch die Tatsache, dass sich die «Entführte» aus freien Stücken im Lager aufhält, ernsthaft in Frage gestellt. Doch die gefürchteten vier blasen ihr Unterfangen nicht etwa ab, sondern bemächtigen sich der Schönen und treten die Rückreise an – verfolgt von Raza und seinen RevolutionärInnen …
«Ein politisch hellwacher, grandios besetzter (der Afroamerikaner Woody Strode als selbstverständlicher Teil des Profi-Quartetts war bahnbrechend), von Conrad Hall in Breitwand-Panavision fotografierter Abenteuerwestern des unterschätzten Richard Brooks und selbst ein unterschätztes Hauptwerk des US-Kinos – kurz darauf bearbeitete Sam Peckinpah in THE WILD BUNCH ähnliches Terrain.» (Christoph Huber) «Der Cassius Clay des Films von 1966: Der kräftigste und wendigste, der effektvollste und harmonischste, hochbegabt im Punch und in der Technik, überhaupt nicht begabt im Konformismus, von grosser Eloquenz und Poesie – ganz Brooks, 200 Prozent Brooks.» (Roger Tailleur)
Archiv April 2008