Bildermagier Sergei Paradjanov
Die Farbe des Granatapfels (Sayat Nova)
Sergei Paradjanov, UdSSR/Armenien 1968; 73' OV/f
Mit Vilen Galstyan, Sofiko Chiaureli, Melkon Aleksanyan, Giorgi Gegechkor, Spartak Bagashvili, Medea Djaparidze
--------------------------------------------------------------------------------------------
Der armenische Lyriker, Dichter und religiöse Vordenker Arathin Sayadin arbeitete im 18. Jahrhundert am Hofe des Königs Herode II. Nach seinem Verstoss vom königlichen Hof zog er als fahrender Sänger durch die Lande, bis er schliesslich ermordet und zum Märtyrer gemacht wurde. Paradjanov zeigt in liebevoll-ironischen Tableaus Stationen aus dessen Leben: das Aufwachsen inmitten von Büchern, die erste Liebe oder die Zeit am Hof. Dabei interessiert ihn weniger das faktisch Biografische, sondern das Eindringen in das poetische Universum des grossen Dichters.
«Der Reichtum der optischen und akustischen Partitur; die symbolischen Gestalten, die durch den ganzen Film gehen, die Montageübergänge, die der assoziativen Bewegung des dichterischen Gedankens dienen, erschliessen neue Möglichkeiten poetischer filmischer Ausdruckskraft.» (Ulrich Gregor)
Dem «Zauber der einfachen Gegenstände, der Kleider, Teppiche, Bücher, Blumen und Früchte, die die Erzählung tragen» (Andreas Kilb) und der Schönheit der kürzlich verstorbenen Sofiko Chiaureli, die sechs verschiedene männliche wie weibliche Rollen spielt, erliegt man/frau noch heute.

• am Do, 22. 1. mit einer Einführung durch Alain Navarra (in Englisch)
Archiv Januar 2009