In die Welt
Constantin Wulff, Österreich 2008; 88' D/e
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Mit den ersten Bildern von Constantin Wulffs Dokumentarfilm sind wir bereits in-mitten des Geschehens in der Geburtsabteilung der Wiener Semmelweis Frauenklinik, in der halb Wien das Licht der Welt erblickt hat. Wie um das Singuläre und Abenteuerliche einer jeden Geburt zu betonen, setzt der in der Schweiz geborene Filmemacher mit einem sensiblen Moment ein: einem Baby im Brutkasten, dessen Diagnose noch ungewiss ist. Mit Anteilnahme, aber aus einer angenehmen Distanz heraus beobachtet Wulff mit seiner Kamera die Zyklen des Klinikalltags: von Untersuchung zu Untersuchung, von Ultraschall zu Ultraschall, von Geburt zu Geburt. Die eingefangenen unscheinbaren Gesten und die kurzen Gespräche offenbaren die Verstrickung zwischen schicksalhaften Erfahrungen und routinierten Abläufen.
Dank der Kunst der sorgfältigen Montage fügen sich die Beobachtungen und Mikrodramen des Krankenhausalltags zu grösseren Themen, die weit über ein blosses Klinikporträt hinausreichen und sich zu einer Art Gesellschaftsbild rund um die Geburt fügen. «In die Welt» ist Direct Cinema im Wortsinn: direktes, mitreissendes Kino – ohne den Einsatz lenkender Musik oder intervenierender Filmemacher. Wulff zeichnet, begleitet von der reaktionsfähigen Kamera Johannes Hammels, ein ebenso vielfältiges wie unsentimentales Bild von den Möglichkeiten und Komplikationen des Entbindens in einem dafür vorgesehenen Betrieb: das Wunder Mensch als institutionelles Routineprodukt.» (Stefan Grissemann)