CH-Indie-Komödien
   

CH-Indie-Komödien
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Wir wünschen dem Schweizer und Wahl-Berliner Oliver Rihs, dass er mit seiner Anarcho-Komödie SCHWARZE SCHAFE die magische Zahl von 10 000 Kino-BesucherInnen in der Schweiz erreicht – wofür ihm noch läppische 300 Eintritte fehlen. Sein Film steht für eine Art von frechen Komödien, in denen das Herzblut ihrer MacherInnen spürbar ist und die trotz oder gerade wegen ihrer Low-Budget-Produktion auf ihre Weise funktionieren. In den letzten Jahren haben verschiedene solcher Werke die Schweizer Filmszene positiv aufgemischt.
Für Rihs' rabenschwarze Underground-Satire über das Berliner Grossstadt-leben nutzten verschiedene Autoren die gebotenen Freiheiten der selbstbestimmten unabhängigen Produktion und entwickelten skurrilste Drehbuchideen. Gedreht wurde mit einer DV-Kamera in Schwarz-Weiss, die Crew und die SchauspielerInnen arbeiteten umsonst oder in der Hoffnung, dass die Kinokasse irgendwann etwas Geld reinspielen würde. Sehr ähnlich realisierte Peter Luisi seine turbulente Komödie VERFLIXT, VERLIEBT, in der er die desolaten Dreharbeiten einer No-Budget-Produktion gleich zum Thema macht, oder Robert Ralston, ein weiterer Wahl-Berliner, seine Roadmovie-Komödie DRUM BUN – Jó UTAT!, in der er einen Berliner Yuppie nach Rumänien schickt. Wie SCHWARZE SCHAFE wurde DRUM BUN – Jó UTAT! an den Internationalen Hofer Filmtagen entdeckt und ausgezeichnet. Zu einem Kinostart kam es bisher allerdings nur in Deutschland.
Idealisiert werden darf die Low-Budget-, Selbstverschuldungs- und Selbstausbeutungsproduktion allerdings nicht. «Urgestein des Schweizer Underground-Films» («Tagesspiegel») Clemens Klopfenstein, von dem wir seinen letzten Film DIE VOGELPREDIGT ODER DAS SCHREIEN DER MÖNCHE sowie den Vorgängerfilm mit Max Rüdlinger und Polo Hofer DAS SCHWEIGEN DER MÄNNER präsentieren, zeigt sich leicht irritiert, wenn ihn Produzenten auffordern, Filme in seinem Stil zu machen: «Wenn das Stichwort ‹dein Stil› fällt, weiss ich sofort, was es geschlagen hat… Ich soll wieder wie immer alles selber machen, von der Finanzierung bis zur Kamera.»
Damit wir mehr derartig subversive Filme sehen können, bräuchte es wohl neben zusätzlichen Geldern für das Ausfeilen von Drehbüchern teurer Produktionen verstärkt auch Risikokapital für kleine grosse Werke. Beat Schneider

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