Jenseits von Tibet
Solveig Klassen, Deutschland / Tibet / Indien 2000, 88' D

Der Film erzählt die ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen der deutschen Punk-Musikerin Sandra H. und dem tibetischen Lama und Exilanten Ngawang Gelek, die von Indien zum Bodensee und von Berlin bis aufs Dach der Welt führt. Sandra H. flüchtet als 14-Jährige aus den zerrütteten Familienverhältnissen und landet Mitte der Achtzigerjahre in Berlin. Dort etabliert sie sich als Akkordeon spielende Punk-Ikone in der Subkultur. Mit Hilfe der Musik und des Buddhismus schafft sie es, ihre Drogensucht zu besiegen. Sie reist nach Indien und trifft dort auf den tibetischen Lama Gelek.

Er ist als die sechste Reinkarnation eines Lamas in einer Nomadenfamilie ausfindig gemacht worden, wächst als Mönch unter chinesischer Besatzung auf und wird politisch aktiv. Nach einer Demonstration tibetischer Mönche wird er verhaftet und im Gefängnis gefoltert. 1989 flieht er über Nepal nach Indien, um dort als Einsiedlermönch zu leben. Um Sandra heiraten zu können und nach Europa zu gehen, gibt Gelek sein Mönchsgelübde auf. Heute leben er und Sandra mit ihrer Tochter in Berlin. Die Filmemacherin nähert sich behutsam den beiden Lebensläufen, überwindet mit poetischen Bildern räumliche und menschliche Barrieren und zeigt auch die steinigen Wege, auf denen jeweils der eine Liebespartner versucht, sich allein in der Welt des andern zu bewegen.

Der Film wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, u. a. an den Filmfestivals von München und Leipzig.
 

Zyklus: Dokfilm am Sonntag

[http://www.xenix.ch] 19-2-02