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A Personal Journey with Martin Scorsese through American Movies
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Martin Scorsese und Michael Henry Wilson konzipierten ihre Reise durch das kinematografische Erbe in drei Teilen: Im ersten Kapitel stellen sie die grossen Gattungen des amerikanischen Films vor, die mit seiner Entwicklung untrennbar verbunden sind. Der zweite und dritte Teil verlängern diese Einführung, da sie sowohl von den Genres und der Filmgeschichte handeln, als auch auf die Autorenpolitik anspielen: Scorsese erwähnt die grossen Namen des Stummfilms und erinnert an Regisseure, die heute fast vergessen sind (Jacques Tourneur, Anthony Mann u.a.), indem er, um ihre Stile zu unterscheiden, Wilsons originelle Klassifizierung anwendet: Die Illusionisten, die Schmuggler und die Bilderstürmer. Von ungefähr 300 Werken ausgehend, lässt Scorsese vor allem seiner Subjektivität freien Lauf; dies erlaubt ihm, auf erfrischende Weise die Zeitbarrieren zu durchbrechen und bedeutsame Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schlagen.
Dieses Video bildet den amerikanischen Teil der vom British Film Institute initiierten Serie, die Filmemachern wie Oshima, Frears oder Godard die Gelegenheit gab, die Filmgeschichte ihres Landes oder Kontinents zu erzählen.
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Cape Fear
Martin Scorsese, USA 1991; 128 Min., E/df
Mit Robert De Niro, Juliette Lewis, Nick Nolte, Jessica Lange, Robert Mitchum, Gregory Peck
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Der Sträfling Max Cady wird - nach 14 Jahren Zuchthaus wegen brutaler Vergewaltigung einer Minderjährigen - in die Freiheit entlassen. Da sein damaliger Verteidiger, der erfolgreiche Rechtsanwalt Sam Bowden, beim Prozess entlastendes Material unterschlagen hat, kennt Cady nur noch ein Ziel: sich an Bowden zu rächen, ihm zu zeigen, was Verlust ist: "You'll learn about loss." Erst mit subtilem Psychoterror, dann mit zunehmend brutaler Gewalt inszeniert Cady seinen Rachefeldzug gegen Bowden, dessen Frau Leigh und die 15jährige Tochter Danielle. Als alle Versuche, etwas gegen Cady zu unternehmen, fehlschlagen, flüchtet die Familie in Panik auf ihr Hausboot. In einer dramatischen Sturmnacht kommt es zum radikalen Showdown - bis zum Delirium.
Scorseses komplexes Remake des 1962er Thrillers von J. Lee Thompson zeigt eine Welt, in der es keine Helden gibt, nur Täter und Opfer. Die heile Wohlstandswelt der Familie Bowden wird durch Cadys systematische Attacken als Fassade entlarvt. Als Racheengel und Verkörperung des absolut Bösen provoziert er, was unter der Oberfläche immer schon vorhanden war: unterdrückte sexuelle Leidenschaften und schuldhafte Verstrickungen. De Niro verleiht der Figur des Cady eine verstörende Vielschichtigkeit, und Juliette Lewis als Danielle interpretiert deren Ambivalenz zwischen kindlicher Unschuld und erwachender Sexualität überaus glaubwürdig.
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The Age of Innocence
Martin Scorsese, USA 1993; 138 Min., E/df
Mit Michelle Pfeiffer, Daniel Day-Lewis, Winona Ryder
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In der High Society New Yorks, um 1870: Der begabte Anwalt Newland Archer soll die junge, kindlich-unschuldige May Welland heiraten - eine arrangierte Verbindung, die den beteiligten Familien zum Vorteil gereichen soll und mit der sich Archer, der im geheimen von einem anderen Leben träumt, sich eigentlich schon abgefunden hat. Bei einem gemeinsamen Opernbesuch lernt er deren Cousine kennen: die schöne, unkonventionelle Gräfin Ellen Olenska, deren Eigenständigkeit in dieser von starren Moralvorstellungen geprägten Gesellschaft als anstössig empfunden wird. Archer verliebt sich leidenschaftlich in Ellen - die alle seine Sehnsüchte verkörpert, aus seinem konventionellen Umfeld auszubrechen - und muss sich nun zwischen zwei Welten entscheiden.
In Scorseses Adaptation der literarischen Vorlage von Edith Wharton offenbart sich die innere Bewegung der Hauptfiguren vor allem über äussere Symbole. So ist The Age of Innocence ein ästhetischer Hochgenuss. Scorsese lässt die ZuschauerInnen gleichsam in ein mit Akribie rekonstruiertes Gemälde aus dieser Zeit eintauchen. Doch in den kunstvoll arangierten Interieurs, Gedecken und Kostümen spiegelt sich gleichzeitig die Künstlichkeit der feinen Gesellschaft, für die eine leidenschaftliche Liebe wie die zwischen Ellen und Archer eine echte Bedrohung darstellt, die mit allen Mitteln verhindert werden muss.
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