Marion Cotillard
Sie hat nicht die Allüren eines internationalen Stars, der sie seit ihrer leidenschaftlichen, vielfach ausgezeichneten Verkörperung der Édith Piaf in LA VIE EN ROSE ist. Marion Cotillard wirkt feinfühlig, verantwortungsbewusst, engagiert, offen – auf eine gute und charmante Art geerdet. Obwohl sie dank ihrer Schauspielerfamilie bereits im Vorschulalter Bühnenerfahrung sammelte, sollte sie erst in zahlreichen Theater-, Fernseh- und Filmproduktionen auftreten, bevor sie 1998 – als 23-Jährige – mit Gérard Pirès’ Überraschungserfolg TAXI einem breiten (frankophilen) Publikum bekannt wurde. Die Rolle der Lilly Bertineau war ihr dabei von Luc Besson so passgenau auf den Leib geschrieben worden, dass in den beiden Sequels niemand anders die Freundin des Kamikaze-Taxifahrers Daniel spielen konnte. Dank dieses dreifachen Coup de Foudre gelang es der jungen Darstellerin, sich im französischen Kino zu etablieren. 2003 folgte dann Yann Samuells überbordender, mit Jean-Pierre Jeunets Welterfolg LE FABULEUX DESTIN D’AMÉLIE POULIN verglichener Erstling JEUX D’ENFANTS, in dem Cotillard neben ihrem zukünftigen Ehemann Guillaume Canet zu sehen ist. Im selben Jahr wurde auch Hollywood erstmals auf die strahlend schöne Actrice aufmerksam, als Cotillard in Tim Burtons genialer Schelmengeschichte BIG FISH die Ehefrau des Will Bloom gab. Nach einigen engagierten französischen Produktionen ging es dann plötzlich Schlag auf Schlag: Nachdem sie Russell Crowe in A GOOD YEAR, Ridley Scotts schwelgerischer Liebeserklärung an die Provence, zu einem besseren Menschen gemacht und im Jahr darauf mit ihrer eindrücklichen Performance als Édith Piaf sämtliche Filmpreise abgeräumt hatte, lag ihr Hollywood zu Füssen. Es folgten entsprechende Engagements an der Seite von Johnny Depp (in Michael Manns Neo-Noir-Thriller PUBLIC ENEMIES), Daniel Day-Lewis (in der Musical-Verfilmung NINE von Rob Marshall) und Leonardo DiCaprio (in Christopher Nolans Unterbewusstseins-Sciencefiction INCEPTION). Und schliesslich die Herzensangelegenheiten LES PETITS MOUCHOIRS von Guillaume Canet sowie MIDNIGHT IN PARIS des grossen Melodramatikers Woody Allen.
Als kurz nach Marion Cotillards «Oscar»-Auszeichnung für LA VIE EN ROSE ihre Sympathien für Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit der US-Mondlandung von 1969 sowie den Anschlägen auf das World Trade Center kolportiert wurden, prophezeihten verschiedene amerikanische Medien das Ende ihrer Karriere. Das Gegenteil war der Fall: Heute ist die 36-jährige aktive Umweltschützerin und engagierte Greenpeace-Botschafterin eine der gefragtesten europäischen Schauspielerinnen in Hollywood und steht auf einer Stufe mit ihrer britischen Kollegin Kate Winslet. À suivre …
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Ewan McGregor
Obwohl er den jungen Obi-Wan Kenobi mit viel Gusto gibt und wohl auch die Figur des James Bond, für die er als Nachfolger von Pierce Brosnan einst vorgesehen war, einem spannenden Facelifting unterzogen hätte, sind dies nicht wirklich die Rollen, in denen wir Ewan McGregor (wieder-)sehen wollen. Ins Kino drängt es uns wegen dem jungen Wilden, wegen dem erfrischend schlitzohrigen Scotsman, der in den Neunzigerjahren mit ein paar wenigen Filmen – wie Danny Boyles Erstling SHALLOW GRAVE oder etwa VELVET GOLDMINE, Todd Haynes’ getürkter Ode an den Glamrock – zum Idol einer Generation von Unangepassten geworden ist. Unvergesslich und nach wie vor äusserst eindrücklich ist seine Performance als um fünfzehn Kilogramm abgemagerter Heroinsüchtiger in Danny Boyles ebenso radikalem wie stilbildenden Kultstreifen TRAINSPOTTING, mit dem McGregor weltweit den Durchbruch schaffte. Ebenso herausragend, wenn auch weniger auffällig und schräg, ist er in zwei hierzulande kaum bekannten Sozialdramen des britischen Filmemachers Mark Herman aus derselben Zeit: dem tragikomischen BRASSED Off rund um die Blasmusikkapelle einer Kohlegrube sowie der wunderbaren Milieustudie LITTLE VOICE an der Seite des grossen Michael Caine, eines – fast doppelt so alten – Wesensverwandten.
Auch wenn Ewan McGregor mittlerweile oft und gerne mit innovativen Hollywoodregisseuren arbeitet wie mit Baz Luhrmann für dessen opulent-abgefahrenes Musical MOULIN ROUGE (2001), mit dem Bildermagier Tim Burton (für den zwei Jahre später entstandenen BIG FISH, auf dessen Set sich die Wege von Marion Cotillard und McGregor kreuzten) oder mit Marc Forster für dessen surrealen Psychothriller STAY (2005), lässt sich der Starschauspieler nach wie vor für Low-Budget- und Independent-Produktionen gewinnen, was ihm nicht nur Respekt für sein Engagement, sondern auch für seine entsprechenden darstellerischen Leistungen einbringt. Man denke nur an McGregors Paraderolle als Sexmaniac mit emotionalen Defiziten in YOUNG ADAM von David Mackenzie, an seinen sehr vielschichtigen Part in Roman Polanskis Politthriller THE GHOST WRITER oder – gerade erst kürzlich – an die selbstironischen Einschübe, mit denen er in Mike Mills’ Familien- und Liebesdrama BEGINNERS brillierte. Unbedingt sehenswert ist er ausserdem an der Seite der schönen Eva Green in David Mackenzies neustem Film PERFECT SENSE, einem höchst ungewöhnlichen Endzeitdrama, das wir als Schweizer Premiere zeigen.
McGregors Agentin schreibt in ihrer abschlägigen Antwort auf unsere Einladung des Superstars ins Xenix von dessen totaler arbeitsbedingten Unabkömmlichkeit während des Sommers – wenn das nicht auch eine gute Nachricht ist …
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Erlebte Schweiz
Bereits zum elften Mal macht ERLEBTE SCHWEIZ Station im Xenix. Dank der Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann des Kantons Zürich als Veranstaltungspartnerin ist auch in der neusten Ausgabe ein einmaliges Programm mit dokumentarischen Archivperlen zu sehen. Der Film- und Diskussionsabend HAUSMÜTTERCHEN TRIFFT SUPERMAN hilft beim Nachdenken über die Veränderung von Berufs-, Familien- und Rollenbildern. Mit den historischen Beiträgen werden die Helden und Familienidyllen der Fünfzigerjahre wieder lebendig. Dann verändern sich auf einmal die Bilder: Knaben lernen kochen, Frauen werden Kapitäninnen, Väter Hausmänner. Und heute?
HAUSMÜTTERCHEN TRIFFT SUPERMAN wird im Beisein von Elisabeth Joris, Historikerin, sowie Lu Decurtins, Sozialpädagoge, am Mittwoch, 6. Juni, um 19.15 Uhr gezeigt.
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Dokfilm
Anhand der Geschichten von sechs jungen Frauen zeigt die 1,86 Meter grosse Regisseurin Edda Baumann-von Broen auf, wie es ist, als Frau besonders gross zu sein. Der ebenso kluge wie liebevolle Dokumentarfilm beobachtet Mädchen, Models, Mütter und stellt die Frage nach dem Umgang der Gesellschaft mit Normen und Abweichungen davon. TALL GIRLS – A STORY OF GIANTS, den wir als Schweizer Premiere zeigen, erzählt sowohl mit Ernsthaftigkeit als auch mit Humor von Tiiu, Michelle, Arianne, Sarah, Lea und Lisa, die im wahrsten Sinne des Wortes aus der Masse herausragen.
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Kinderkino
Unser letzter Kinderfilm vor der Sommerpause dieser Reihe bringt ein Wiedersehen mit einem ebenso verspielten wie intelligenten Delfin, den wir alle kennen. In Alan Shapiros FLIPPER von 1996 sorgt der gleichnamige Meeressäuger nicht nur dafür, dass der unfreiwillig in die Ferien geschickte Sandy endlich Vertrauen zu seinem eigenwilligen Onkel fasst, sondern Flipper entlarvt auch einen skrupellosen Umweltsünder, der Giftfässer im Meer entsorgt, und verhilft Sandy schliesslich zu einer neuen Einstellung zum Leben. Ein spannendes Filmabenteuer voller Emotionen, das bestens auf die bevorstehenden Sommerferien einstimmt.
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