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Moby Dick

John Huston, USA 1956; 116' E/sp•d
Mit Gregory Peck, Richard Basehart, Leo Genn, Friedrich von Ledebur, Harry Andrews, Seamus Kelly, Edric Connor, James Robertson Justice, Bernard Miles, Orson Welles

New Bedford, Ende 1841: Als der auf Handelsschiffen zur See gefahrene Ishmael (Richard Basehart) erstmals auf einem Walfänger anheuert, macht er sich keine Vorstellung davon, was ihn dereinst im Pazifischen Ozean nahe dem Äquator erwartet. Zusammen mit dem Harpunierer Queequeg und den anderen Besatzungsmitgliedern der «Pequod» fiebert er nicht nur der ersten Begegnung mit einem Wal entgegen, sondern erwartet ebenso gespannt den Auftritt des Kapitäns, von dessen Anwesenheit bisher einzig das dumpfe Klacken seiner Beinprothese während seiner nächtlichen Rundgänge auf Deck zeugt. Doch wie der legendäre Ahab (Gregory Peck), das Gesicht zerfurcht von innerer Qual und tiefem Leid, eines Tages unvermittelt vor seine Männer tritt und eine Belohnung aussetzt für denjenigen, der seinen Todfeind, den gigantischen weissen Pottwal Moby Dick als Erster ausmacht, kann sich auch Ishmael dem hypnotischen Effekt nicht entziehen, den der geschundene Kapitän auf seine Mannschaft ausübt. Ahab macht unmissverständlich klar, dass sein wahres Ziel die Tötung des Ungetüms ist, das ihn einst verstümmelt hat. Der erste Steuermann Starbuck (Leo Genn) ist der Einzige an Bord, der Ahabs persönlichen Rachefeldzug missbilligt und den Zorn Gottes fürchtet. Doch er ist machtlos gegen den besessenen Kapitän. Und weil dieser Moby Dicks Wanderrouten aufgezeichnet hat, segelt die «Pequod» auf direktem Weg in das Gebiet der Bikini-Inseln, wo der weisse Wal laut Ahabs Berechnungen Ende April bei Neumond auftauchen soll …
John Huston und sein Drehbuchautor, der kürzlich verstorbene Ray Bradbury, hielten sich bei ihrer Adaption sehr eng an den Jahrhundert-Roman von Herman Melville. Es erstaunt deshalb nicht, dass ein Grossteil der Aufnahmen – die gefährlichen und strapaziösen Dreharbeiten dauerten fast drei Jahre – bei rauer See im Atlantik entstanden. Bemerkenswert ist auch die spezielle raue «Tönung» des Films, die Huston erreichte, indem er von dem in Technicolor gedrehten Material Schwarz-Weiss- und Farbkopien ziehen liess, die im Werk dann übereinanderkopiert wurden. MOBY DICK ist ein äusserst bildgewaltiger, an Dramatik kaum zu überbietender Klassiker, der seit Jahren nicht mehr im Kino zu sehen war. Zum Einsatz kommt eine gut erhaltene Archivkopie aus Spanien, die mit eigens angefertigten deutschen Untertiteln vorgeführt wird.
Gewidmet der unvergleichlichen H. B. zum Sechzigsten.

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