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Candy

Christian Marquand, USA/Italien 1968; 114' E/df
Mit Ewa Aulin, John Astin, Richard Burton, Ringo Starr, Walter Matthau, James Coburn, Anita Pallenberg, Charles Aznavour, Marlon Brando, John Huston

Die ebenso blonde wie rehäugige Candy (Ewa Aulin) ist nicht ganz so unschuldig, wie sie aussieht. Dies spürt instinktiv der versoffene Kultpoet MacPhisto (Richard Burton), der es sich nicht nehmen lässt, die kesse Highschool-Schülerin im Anschluss an einen seiner legendären Auftritte nach Hause zu fahren. Als Candy von ihrem Vater noch am selben Abend mit dem mexikanischen Gärtner (Ringo Starr) erwischt wird, schickt man sie zur Strafe nach New York in die Obhut von Onkel und Tante. Zusammen mit diesen eher zweifelhaften Vorbildern begibt sich Candy auf eine Initiationsreise quer durch die USA, auf der sie mit ihrer naiv-vorwitzigen Art gleich reihenweise Männer um den Verstand bringt und deshalb von einer kompromittierenden Situation in die nächste gerät. Alle trachten nach der Unschuld des blonden Engels: vom einsamen Luftwaffengeneral Smight (Walter Matthau), der Candy überzeugend ihre vaterländische Pflicht erklärt, sich für ihn auszuziehen, über den selbstgefälligen Starchirurgen Dr. Krankheit (James Coburn), der sich – nach einer öffentlichen Operation im Theaterauditorium – auf die gründliche «Untersuchung» der jugendlichen Schönheit hinter verschlossenen Türen freut, oder einen Buckligen (Charles Aznavour), der wie eine Spinne Wände hochklettert und seine Hände auch sonst äusserst geschickt einzusetzen versteht, bis hin zum fahrenden Guru Grindl (Marlon Brando), der (fast) allem Weltlichen entsagt hat und der Candy auf eine Reise in unbekannte tantrische Gefilde mitnimmt. Doch die leicht geschürzte Blondine lässt sich von den mehr oder weniger freiwilligen erotischen Abenteuern keineswegs aus der Bahn werfen …
Basierend auf dem Buch der Sechzigerjahre-Ikone Terry Southern, erzählt CANDY in Episoden die abgefahrene Geschichte seiner Titelheldin – kongenial verkörpert von der schwedischen Ex-«Miss Teen» Ewa Aulin –, die auf ihrer Suche nach dem Sinn des Lebens unterschiedlichste sexuelle Erfahrungen macht. «Getrieben von infantilen Obsessionen» («Village Voice»), parodiert CANDY die Zeit der Love-ins und den Sexrummel der Sixties, während er gleichzeitig der Spezies Mann gnadenlos den Spiegel vorhält. Die damalige Kritik hielt Marquands Film für geschmacklos – nicht ganz zu Unrecht. Der Streifen ist eine überdrehte Reflexion auf eine von Drogen und sexueller Befreiung geprägte Zeit: schrill, schräg und befeuert von den verschärften Hippie-Sounds, die Dave Grusin für The Byrds und Steppenwolf schrieb.

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