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Tanz auf der Leinwand – in Zusammenarbeit mit Tanzfestival Steps

Tanz als Sprache der Seele

Im Rahmen des Tanzfestival Steps, das dieses Jahr der «Weiblichkeit in der Choreografie» einen Themenschwerpunkt widmet, stellen wir bedeutende Tänzerinnen und Choreografinnen in verschiedenen Dokumentar- und Tanzfilmen vor.

Die Pioniere des modernen Tanzes im 20. Jahrhundert sind fast ausnahmslos Frauen. So begründet Mary Wigmann in der Aufbruchstimmung der Zwanzigerjahre den rhythmisch expressiven Ausdruckstanz mit. Und Martha Graham, die Tanz als verborgene Sprache der Seele versteht, revolutioniert zur selben Zeit mit ihrem eigenen Studio in New York das klassische Ballett. Das Gemeinsame im Schaffen der beiden Frauen fasst die Kuratorin des vorliegenden Film-Programms, Claudia Rosiny, wie folgt zusammen: «Sie entwickelten den Tanz von innen heraus, verstanden ihn als körperliche Befreiung und als emotionale Ausdrucksform, die sich deutlich vom formalisierten klassischen Ballett abhebt.» Inspiration finden die erwähnten Tänzerinnen auch bei der Avantgarde anderer Künste, die sich damals erneuerten (Wigmann nahm z. B. auf dem Monte Verità an Rudolf von Labans «Sommerschule für Bewegungskunst» teil). Auch können sie bereits auf das Schaffen von Vorläuferinnen wie etwa Loïe Fuller, die zwischen 1892 und 1897 in den Pariser Folies Bergère ihre eigenen Tänze inszeniert hat, oder auf Isadora Duncan und ihre Schule für improvisierten Tanz zurückschauen. Haben die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg wenig Neues hervorgebracht, trägt Pina Bausch in den 1970er-Jahren zu einem erneuten Aufbruch bei: Sie prägt mit dem Einbezug von Gesang und Schauspiel massgeblich die Entwicklung des Tanztheaters.

Tanz auf der Bühne lebt von seinem Live-Charakter, von dem über verschiedene Sinne wahrgenommenen künstlerischen Ausdruck. Tanz auf der Leinwand hat dagegen den Vorteil, mit einer Grossaufnahme, mit der Wiederholung oder mit der Zeitlupe genau hinschauen zu können. Zudem ermöglicht der Dokumentarfilm, hinter die Kulissen zu blicken und kulturelle Hintergründe aufzuzeigen. So leuchtet Annette von Wangenheim in ihrem Dokumentarfilm über Josephine Baker auch deren Engagement als Widerstandskämpferin und Unterstützerin der Bürgerrechtsbewegung aus.

Das Migros-Kulturprozent Tanzfestival Steps (www.steps.ch) findet vom 12. April bis zum 5. Mai statt. Zusammengestellt hat das Filmprogramm die Tanz- und Medienwissenschaftlerin Claudia Rosiny.

 

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