Mein Herz sieht die Welt schwarz – Eine Liebe in Kabul
Helga Reidemeister, Deutschland 2009; 87' OV/d
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Shaima und Hossein lieben sich seit ihrer Kindheit. Der Krieg reisst sie als Halbwüchsige auseinander. Im Kabul der Neunzigerjahre finden sie sich wieder. Hossein wurde im Krieg verletzt und bleibt querschnittgelähmt. Er kann nur mit Gehhilfe laufen und ist auf die Pflege seiner Familie angewiesen. Shaima wurde von ihrem Vater als vierte Ehefrau an einen vierzig Jahre älteren Mann verheiratet. Weil aber Shaimas Ehemann das Brautgeld nicht vollständig bezahlt, wird sie zurück in die patriarchalische Enge ihres Elternhauses geholt, wo sie mit ihrer inzwischen fünfjährigen Tochter noch immer lebt. Dadurch schöpfen die beiden Liebenden Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft. Aber alle Beteiligten haben Angst vor dem reichen Ehemann, der nicht in die Scheidung einwilligt. Shaima und Hossein kämpfen um ihre ganz eigene Vorstellung von Glück und versuchen, sich gegen den strikten Willen ihrer Familien so oft wie möglich zu sehen. Sie träumen von einem gemeinsamen Leben in Frieden, ohne Angst vor Bedrohung und Rache.
Helga Reidemeister zeigt in ihrem Dokumentarfilm die Geschichte einer verbotenen Liebe, die überall auf Unverständnis stösst und deren Ausgang sehr ungewiss ist. Durch die präzise Beobachtung familiärer Umstände macht sie die Auswirkungen der herrschenden Werte und ihre Brüchigkeit unmittelbar spürbar. In einer Gesellschaft, die sich seit nunmehr dreissig Jahren fast ununterbrochen im Kriegszustand befindet, ist für Liebe oder individuelle Träume wenig Platz. Wenn die Familie die einzige soziale Institution ist und sich alles auf deren Erhalt konzentriert, ist die Hoffnung auf ein Stück persönliches Glück meist vergeblich. «Ein wichtiges menschliches Dokument, ein schmerzliches Zeitbild und zugleich eine wunderbare Liebesgeschichte.» (programmkino.de)
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