Don't Look Back
D. A. Pennebaker, USA 1967; 95' E/d
Mit Bob Dylan, Albert Grossman, Bob Neuwirth, Joan Baez, Alan Price, Donovan, Marianne Faithfull, Allen Ginsberg, John Mayall
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«Auf England-Tour im Jahr 1965 mit Bob Dylan und seiner Entourage – Joan Baez, seiner Heiterkeit Bob Neuwirth und Albert Grossman, Dylans damaligem Manager, der Pennebaker und sein Team eingeladen hatte, mitzufilmen. Musikalisch gibt Dylan, knapp vor seiner Elektrifizierung, einige ausserordentliche Sets. Den verblüfften Engländern liefert er einen medialen Auftritt als eine Art ‹Alien›, indem er auf die Anstrengungen der Tour und die ermüdenden Versuche der Presse, ihn zu analysieren, zunehmend mit Renitenz reagiert und sich mit hinterhältigem Witz Dialogduelle mit Journalisten liefert. Donovan serviert er die Demütigung seines Lebens, als der vorbeikommt, um mit einer netten Ballade zu erfreuen – und von Dylan mit ‹It’s All Over Now, Baby Blue› weggefegt wird.» (Christoph Huber)
D. A. Pennebakers faszinierende Dokumentation zeigt, dass aus dem scheuen, schon früh als Halbgott verehrten Musiker Dylan bereits Mitte der Sechzigerjahre ein schwieriger Mensch geworden ist, der sich weder als Folk- noch als Protestsänger, sondern vielmehr als Raucher, Entertainer und Pop-Sänger sieht. Was die offensichtlich über beide Ohren in Dylan verknallte Joan Baez nicht schnallt. Entstanden ist eine Reportage im Amphetamintempo, die wirkt, als wäre mit versteckter Kamera gefilmt worden. Das liegt vor allem an Dylan selber, der sich von Pennebaker und seinen Kameramännern nicht im Geringsten ablenken oder gar beeinflussen lässt. Er spielt seelenruhig seine Rolle des zornigen jungen Künstlers – eine der ersten Masken von vielen, die er sich noch aufsetzen sollte. Wir zeigen den legendären Schwarz-Weiss-Film mit eigens angefertigten deutschen Untertiteln.
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