OPEN AIR: Shake! – Musikfilme zum 30. Geburtstag
Cadillac Records
Darnell Martin, USA 2008; 109' E/d
Mit Adrien Brody, Jeffrey Wright, Gabrielle Union, Columbus Short, Cedric the Entertainer, Emmanuelle Chriqui, Eamonn Walker, Mos Def, Beyoncé Knowles, Eric Bogosian
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Chicago, zu Beginn der Fünfzigerjahre: Der junge Leonard Chess (Adrien Brody), ein ehemaliger Schrotthändler polnischer Abstammung, lässt das talentierte, aber chaotische The All-Star Trio in seinem Musikklub Macomba Lounge auftreten. Chess ist vor allem vom Gitarristen Muddy Waters (Jeffrey Wright) beeindruckt und will eine Platte mit ihm herausbringen. Er nimmt Waters unter Vertrag, organisiert eine Session in einem Aufnahmestudio und fährt zusammen mit dem Südstaaten-Bluesmann nach Mississippi, wo sie die Radio-DJs bestechen müssen, damit diese die Musik eines Schwarzen überhaupt spielen. Zurück in Chicago, stellen sich erste Verkaufserfolge ein. Als das «Macomba» eines Nachts unter ungeklärten Umständen abbrennt, investiert Chess die ausbezahlte Versicherungssumme in eine eigene Plattenfirma. Chess Records ist geboren – das Label, das denjenigen MusikerInnen, die es in die Charts schaffen, als Belohnung das jeweils neuste Cadillac-Modell offeriert. Leonard Chess hat den richtigen Riecher, und es gelingt ihm immer wieder, bedeutende Talente zu verpflichten. Zusammen mit seinen verschiedenen Stars nimmt er unzählige Nummer-eins-Hits auf, holt schliesslich Chuck Berry (Mos Def) an Bord, der der erfolgreichste Musiker des Labels werden sollte, und gibt der drogenabhängigen Etta James (Beyoncé Knowles) eine Chance. Doch dann beschliesst er eines Tages, nicht ganz überraschend, seine Plattenfirma zu verkaufen …
«Cadillac Records» erzählt vom Erfolg, aber auch von den persönlichen Dramen einiger der ganz grossen Musiklegenden Amerikas: Muddy Waters’ Frauengeschichten, Little Walters (Columbus Short) Gewaltausbrüchen unter Alkohol- und Drogeneinfluss, Willie Dixons (Cedric the Entertainer) Rolle als bescheidener Hitlieferant oder der Einflussnahme von Howlin’ Wolf (Eamonn Walker) als Bandleader. Die Regisseurin nimmt es dabei mit den Fakten nicht so genau (und erfindet beispielsweise die Affäre zwischen Chess und Etta James, dank der sich Adrien Brody rühmen kann, Beyoncé geküsst zu haben), denn ihr Streifen sollte kein Biopic im starren Korsett einer Dokumentation werden, sondern ein mitreissender Musikfilm über den gesellschaftlichen Stellenwert von Blues und Rock ’n’ Roll und deren weltweiten Einfluss auf die Popmusik. Das ist dank einem hochprozentigen Soundtrack, der eine Kombination aus Original- und Neuaufnahmen durch die SchauspielerInnen darstellt, auch bestens gelungen. Die eigenständigen Cover-Versionen etwa von Jeffrey Wright oder Beyoncé Knowles sind der Hammer.

• PREMIERE
Trailer
Fr 06. 08. > 21. 15